Der Circle of Control engt den Handlungsspielraum ein, sobald man die Kreise der Sorge und des Einflusses aus dem Blick verliert. In ihnen wird entschieden, wie groß der eigene Bereich im nächsten Jahr noch ist.
Ein verspäteter Zug, und der Zorn ist da – nur richtet er sich, genau besehen, gar nicht gegen den Fahrplan, sondern verteidigt ihn. Dieser Essay folgt der Pünktlichkeit bis dorthin, wo das neoliberale Zeitregime in den Körper fährt: ins schnellere Gehen, ins flaue Gefühl im Magen, ins Schimpfen über die Bahn. Mit Hartmut Rosa und
Systemisches Fragen, Aufstellungen, ACT, Achtsamkeit, ein Zertifikat nach dem anderen — für jede Lücke hält der Markt ein Werkzeug bereit. Doch je schwerer der Methodenkoffer wird, desto weniger Raum bleibt für das Einfache: ein Gespräch, meist im Gehen durch den Park, das auf Intuition, Erfahrung und Resonanz baut, ohne Methoden-Bausatz zwischen Coach und Kunden. Ein
Über KI in Unternehmen wird ein Satz erzählt, der nach Erfahrung klingt: Die Technologie steigere die Produktivität zunächst nicht, sie liefere eine Diagnose. Sie lege offen, was durch Improvisation und informelle Absprachen verdeckt war. Diesen Satz gab es schon über ERP-Systeme, über Lean, über agile Transformation. Er ist ein Lückentext, und bei Sprachmodellen stimmt er
Algorithmische Coaching-Tools liefern Tag und Nacht plausible Antworten und ersetzen vieles, was bislang als Coaching galt. Präsenz aber entsteht zwischen Menschen und lässt sich nicht herunterladen. Wer vor einer Maschine sitzt, führt ein Selbstgespräch mit einem Tröster, der nie widerspricht. Was im Coaching zählt, bleibt an Begegnung gebunden.
Das gängige Führungsverständnis sucht die Aufgabe im Inneren der Person und wird dabei übergriffig. Wirksamer ist die Gestaltung des Feldes: Zeit, Raum, Versorgung, Aufmerksamkeit. Wer die Regime kennt, in denen Arbeit stattfindet, braucht keine Persönlichkeitsdiagnostik. Eine Verschiebung der Führung von der Seele zur Struktur.
Knowledge Graphs, RAG-Pipelines, Externalisierung — die Disziplin Wissensmanagement verkauft seit fünfzig Jahren dieselben Konzepte unter neuen Namen und verwechselt dabei systematisch Daten, Information und Wissen. Eine Polemik darüber, warum dieses Versagen für die Arbeitnehmerschaft ein Glücksfall ist und was Polanyi schon 1966 wusste.
Eine Klientin bittet: „Sagen Sie mir, was ich tun soll." Was passiert, wenn auf diese Bitte Schweigen folgt? Ein Text über die Kunst, die Sokrates Hebammenkunst nannte – und die im Beratungshandwerk bis heute unterschätzt wird. Über Maieutik, systemische Differenz und daoistisches Gegenüber.
Führungskräfteentwicklung arbeitet an Personen. Sie optimiert Eigenschaften, misst Kompetenzen, schult Verhalten. Was dabei aus dem Blick gerät: Führung entsteht nicht in Personen — sie entsteht zwischen ihnen.
„Halluzination” klingt nach Ausnahme, nach Bug, nach Genesung in Aussicht. Karen Hao widerspricht: Sprachmodelle tun genau das, wofür sie gebaut wurden — statistische Muster fortsetzen, überzeugend klingen, unabhängig davon, ob der Inhalt stimmt. Über eine Metapher, die unsere Erwartungen verformt — und warum das gefährlicher ist als die Fehler selbst.