Systemisches Fragen, Aufstellungen, ACT, Achtsamkeit, ein Zertifikat nach dem anderen — für jede Lücke hält der Markt ein Werkzeug bereit. Doch je schwerer der Methodenkoffer wird, desto weniger Raum bleibt für das Einfache: ein Gespräch, meist im Gehen durch den Park, das auf Intuition, Erfahrung und Resonanz baut, ohne Methoden-Bausatz zwischen Coach und Kunden. Ein
Über KI in Unternehmen wird ein Satz erzählt, der nach Erfahrung klingt: Die Technologie steigere die Produktivität zunächst nicht, sie liefere eine Diagnose. Sie lege offen, was durch Improvisation und informelle Absprachen verdeckt war. Diesen Satz gab es schon über ERP-Systeme, über Lean, über agile Transformation. Er ist ein Lückentext, und bei Sprachmodellen stimmt er
Algorithmische Coaching-Tools liefern Tag und Nacht plausible Antworten und ersetzen vieles, was bislang als Coaching galt. Präsenz aber entsteht zwischen Menschen und lässt sich nicht herunterladen. Wer vor einer Maschine sitzt, führt ein Selbstgespräch mit einem Tröster, der nie widerspricht. Was im Coaching zählt, bleibt an Begegnung gebunden.
Das gängige Führungsverständnis sucht die Aufgabe im Inneren der Person und wird dabei übergriffig. Wirksamer ist die Gestaltung des Feldes: Zeit, Raum, Versorgung, Aufmerksamkeit. Wer die Regime kennt, in denen Arbeit stattfindet, braucht keine Persönlichkeitsdiagnostik. Eine Verschiebung der Führung von der Seele zur Struktur.
Knowledge Graphs, RAG-Pipelines, Externalisierung — die Disziplin Wissensmanagement verkauft seit fünfzig Jahren dieselben Konzepte unter neuen Namen und verwechselt dabei systematisch Daten, Information und Wissen. Eine Polemik darüber, warum dieses Versagen für die Arbeitnehmerschaft ein Glücksfall ist und was Polanyi schon 1966 wusste.
Eine Klientin bittet: „Sagen Sie mir, was ich tun soll." Was passiert, wenn auf diese Bitte Schweigen folgt? Ein Text über die Kunst, die Sokrates Hebammenkunst nannte – und die im Beratungshandwerk bis heute unterschätzt wird. Über Maieutik, systemische Differenz und daoistisches Gegenüber.
50 KI-Assistenten, Mitarbeitergespräche mit Chatbots, LinkedIn-Sichtbarkeit bis in deutsche Landtagssäle: Während der Mittelstand an fehlendem Wissen, Rechtsunklarheit und Datenschutzbedenken scheitert, inszenieren sich Digital-Propheten als Retter einer Krise, die sie selbst konstruieren. Eine Kolumne über Heilsversprechen, Bananenprodukte und die Kunst, Textgeneratoren zu transformativen KI-Lösungen umzuetikettieren.